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Der letzte Auftritt

Sherlock Holmes – 3. und 4. Staffel

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Sherlock Holmes – 3. und 4. Staffel

Jeremy Brett starb am 12. September 1995, so dass seine Auftritte als Meisterdetektiv Sherlock Holmes in der vierten Staffel („The Memoires of Sherlock Holmes“) der britischen TV-Serie seine letzten sein sollten. Koch Media hat sich nach einiger Pause entschlossen, für die nie im deutschen Fernsehen ausgestrahlte dritte und vierte Staffel eine eigene deutsche Synchronisation anzufertigen und die fehlenden Folgen ebenfalls auf DVD zu veröffentlichen.

Brett, der gegenüber den ersten beiden Staffeln, bereits von seiner Krankheit gezeichnet ist, offenbart eine Spielfreude, welche die körperliche Schwächung in den Hintergrund drückt. Noch stärker als in den vorangegangenen Staffeln ist das Verhältnis Holmes/Watson in der Form sich kabbelnder Freunde ausgebaut, die sich mit spitzer Zunge duellieren, wobei der gegenseitige Respekt für den jeweils unterschiedlichen Charakter immer spürbar ist. Bretts Energie steht das gemütliche Wesen gegenüber, mit dem Hardwicke Watson zu einem Sherlock Holmes – 3. und 4. Staffel ausgezeichneten Gegenpol entwickelt. Ihre Beziehung, die sich dank der sehr guten schauspielerischen Fähigkeiten der beiden Darsteller perfekt entfaltet, trägt die Serie so souverän, dass auch vergleichsweise etwas schwächere Geschichten aus der Sammlung Arthur Conan Doyles ohne Qualitätsverlust für das TV-Format genutzt werden konnten. Denn die analytische Fähigkeit Holmes\', die vor allem in den besonders verzwickten Fällen am besten zum Tragen kommt, ist stets nur ein Aspekt der Erzählungen gewesen, wenn auch ein sehr herausragender. Das Verhältnis Holmes/Watson, dieser etwas merkwürdig anmutenden Gemeinschaft, tritt dagegen gerne in den Hintergrund, erfährt in den beiden Staffeln aber eine zusätzliche Stärkung, die den menschlichen Aspekt der Figuren gegenüber der reinen Logik ausbaut. Darin liegt eine nicht zu unterschätzende Qualität der abschließenden Folgen einer ausgezeichneten TV-Serie.

Bildqualität

Sherlock Holmes – 3. und 4. Staffel

Die Schärfe der DVD ist sehr ordentlich, wenn man das Alter der TV-Serie bedenkt. Nur selten tauchen Bilder auf, die unscharf wirken. Auch die Farbwiedergabe ist gut. Gegenüber den ersten beiden Staffeln wurde das Bildrauschen vermindert, das hat zu leichten Schärfeeinbußen geführt, die jedoch kaum ins Gewicht fallen. Sonstige Rauschmuster sind treten nicht in Erscheinung.

Tonqualität

Der Ton ist nicht optimal, aber besser als bei den ersten beiden Staffeln. Sowohl das englische Original als auch die deutsche Synchronisation besitzen verständliche Dialoge. Der Original-Ton klingt dumpfer als sein deutsches Pendant, dafür ist die Abmischung neu angefertigten Synchronisation nicht so organisch wie der Originalton. Sie wirkt schlicht künstlich. Während der englische Ton leichte Lautstärkeschwankungen aufweist, sind diese bei der neuen Synchronisation nicht vorhanden. Insgesamt kann man mit dem Ton zufrieden sein.

Extras

Das Bonusmaterial der als Buch gestalteten DVD-Edition besteht in einem etwa 77seitigen Auszug aus einer Veröffentlichung des Produzenten Michael Cox mit dem Titel „A Study in Celluloid: A Producer’s Account of Jeremy Brett as Sherlock Holmes“.

Fazit

Nach einiger Pause hat Koch Media eine deutsche Synchronisation für die dritte und vierte Staffel der britischen Sherlock-Holmes-Serie mit Jeremy Brett als Meisterdetektiv anfertigen lassen. Damit wird eine schmerzliche Lücke geschlossen. Die schön gestaltete DVD-Box ist ein Muss für Anhänger der Serie. Holmes-Fans kommen um die Adaptionen mit Brett nicht herum. Technisch ist die DVD-Box ansprechend.

Stefan Dabrock

06.01.2010

   
Originaltitel The Case-Book of Sherlock Holmes / The Memoires of Sherlock Holmes (GB 1991 / 1994)
Länge 12 Episoden à 48 Minuten (Pal)
Studio Koch Media
Regie John Madden, Patrick Lau, Tim Sullivan, Peter Hammond, Sarah Hellings, u.a.
Darsteller Jeremy Brett, Edward Hardwicke, Jude Law, u.a.
Format 1:1,33 (4:3)
Ton DD 2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Buch: 77seitiger Auszug aus Michael Cox’ „A Study in Celluloid: A Producer’s Account of Jeremy Brett as Sherlock Holmes“
Preis ca. 26 EUR
Bewertung gut, technisch ansprechend