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rezensionen

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kurzrezension

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14.01. Behind Your Eyes
19.12. Loft – Liebe, Lust, Lügen
30.09. Dark Stone – Reign of Assassins

blu-ray

Das Recht des Cleveren

Mit eisernen Fäusten

Mit eisernen Fäusten

Sydney Pollack hat dem Westerngenre dank seiner Regiearbeiten „Jeremiah Johnson“ (USA 1972) und „Mit eisernen Fäusten“ zwei der schönsten Beiträge geschenkt. Während der später gedrehte „Jeremiah Johnson“ eine tragisch-kraftvolle Auseinandersetzung mit der Qualität des Landes ist, schlägt „Mit eisernen Fäusten“ einen humorvollen Ton an.
Der Trapper Joe Bass (Burt Lancaster) hat ein Packpferd mit Biberfellen im Schlepptau, als er auf einen Trupp Indianer unter Führung des Häuptlings Two Crows (Armando Silvestre) trifft, der ihm die Felle als Gegenleistung für das Leben des afroamerikanischen Sklaven Joseph Lee (Ossie Davis) abnimmt. Jetzt hat Bass nicht nur Lee am Hacken, er will auch seine Felle wiederbeschaffen. Deswegen verfolgt er die Indianer, die jedoch von einer Gruppe weißer Skalpjäger unter Führung Jim Howies (Telly Savalas) überfallen und mit Ausnahme von Two Crows getötet werden. Da die Weißen auch das Packpferd mit den Fellen mitgenommen haben, muss sich Bass nun mit den Skalpjägern auseinandersetzen. Zwischen ihnen entbrennt ein Duell auf Leben und Tod, bei dem auch Joseph Lee und Kate (Shelly Winters), die Frau Howies, eine Rolle spielen.

Pollack etabliert mit dem Auftritt des Sklaven Joseph Lee den Humor in „Mit eisernen Fäusten“, da der Afroamerikaner nur seinen Verstand hat, um sich am Leben zu halten. Seine gewitzten Wortbeiträge sind ebenso manipulativ wie sie auf intelligente Weise die Vorstellungen seines jeweiligen Gegenübers untergraben. Auf körperlicher Ebene kann Joseph Lee mit den übrigen Figuren hingegen nicht mithalten. Er ist kein versierter Kämpfer wie Joe Bass, der es gelernt hat, mit der Wildnis im Einklang zu leben. Deswegen ist Lee auch auf Bass oder andere Menschen angewiesen, um in der unwirtlichen Gegend überleben zu können. Aber er hängt nicht von deren Gnade ab, weil er mit seinem Verstand ihre „Hilfe“ gewinnt. Denn Lee lässt sie Mit eisernen Fäusten glauben, dass er für sie wertvoll ist, während er seine eigene Agenda verfolgt. Niemand will ihm Gutes tun. Alle glauben vielmehr, dass er ihnen nutzen kann. Pollack spielt mit den Klischees, indem der Afroamerikaner der Gebildetste von allen ist. Damit läuft seine Figur bewusst der Ansicht von Bass oder später Howie entgegen, die sich für überlegen halten. Ihre antiqierte Sicht auf die afroamerikanische Bevölkerung speist sich aus einem Glauben, der die Sklaverei rechtfertigt. Dem steht die clevere und gebildete Art Lees entgegen, der sich mit seinen intelligenten Einwürfen eher für andere Aufgaben als die des Unterlegenen empfiehlt. So stellt Pollack mit politischem Hintersinn die scheinbare Ordnung auf den Kopf, um auch einen Kommentar zur Rassenfrage in den Vereinigten Staaten der damaligen Zeit abzugeben, der weiterhin aktuell ist.

Gleichzeitig reflektiert der Western über das Verhältnis von Herr und Diener, indem das pfiffige Duell der Figuren die Herrschaftsverhältnisse ad absurdum führt, die Bass und Howie für sich in Anspruch nehmen. Ohne es zu merken, werden sie oftmals von Lee geführt, der aus der Position des körperlich Schwächeren heraus mit seinem Verstand Stärke gewinnt. Hier liegt ein zentraler Reiz des Western, der sich nicht damit begnügt, Action zu präsentieren, sondern die Beziehungen der Menschen untereinander zu seinem Thema macht. Er ist eine Studie über das Sozialverhalten, das zu einem großen Teil auf Emotionen und Einschätzungen basiert.
Darüber hinaus repräsentiert der Afroamerikaner die Eigenschaften, die ihn für ein erfolgreiches Leben in der zukünftigen Zivilisation prädestinieren, die den Wilden Westen ablösen wird. Er ist die Zukunft, während die übrigen Menschen in gestrigen Verhaltensmustern gefangen sind. Erst als er sich etwas kopflos auch für die Gewalt als Mittel der Wahl entscheidet, schwächt er sich genauso, wie es alle anderen Figuren vor ihm getan haben. Diese Ironie bleibt aber nur ein kleiner Dämpfer im Gesamtbild.

Bildqualität

Mit eisernen Fäusten

Die Bluray präsentiert den über 40 Jahre alten Western in guter Qualität. Nahaufnahmen und auch die meisten Halbtotalen verfügen über eine sehr gute Schärfe, die zahlreiche Details offenbart. Nur bei Totalen und auch manchen Halbtotalen wird das Bild schwammig, so dass Konturen verschwimmen und von Detailreichtum nicht mehr die Rede sein kann. Diese Bilder sind aber in der absoluten Minderheit. Die erdigen Farben wurden sehr gut auf die Bluray übertragen, zumal der ausgewogene Kontrast auch ähnliche Töne gut voneinander abhebt. In dern schwammigen Szenen ist das Filmkorn sehr deutlich zu sehen, bei den vielen scharfen Szenen fällt es deutlich geringer auf. Bei Schwenks kommt es zu leichten Verzerrungen innerhalb des Bildes.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-2.0-Tonspuren klingen erstaunlich klar und präsent. Nur selten macht sich ein leicht dumpfer Eindruck breit. Im Verbund mit der Musik kann der Film so sein akustisches Potential entwickeln. Rauschen ist kaum vorhanden.

Extras

Bonusmaterial existiert nicht.

Fazit

„Mit eisernen Fäusten“ überzeugt als action- und humorreiche Reflexion über das Verhältnis zwischen Herr und Diener. Geschickt setzt Pollack das Duell zwischen der stärkeren Konzentration auf den Geist und der stärkeren Konzentration auf die Gewalt in Szene, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wem in der Zivilisation die Zukunft gehört. Technisch ist die Bluray gut.

Stefan Dabrock

28.05.2012

   
Originaltitel The Scalphunters (USA 1968)
Länge 103 Minuten (24p)
Studio Spirit Media
Regie Sydney Pollack
Darsteller Burt Lancaster, Shelley Winters, Telly Savalas, Ossie Davis, Dabney Coleman, Paul Picerni, Dan Vadis, Armando Silvestre, Nick Cravat, u.a.
Format 1:2,35 (16:9)
Ton DTS-HD-Master 2.0 Mono Deutsch, Englisch
Untertitel -
Extras -
Preis ca. 13 EUR
Bewertung sehr gut, technisch gut