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dvd

Waffenschwestern

Waffenschwestern

„In der nahen Zukunft beträgt das zahlenmäßige Verhältnis von Männern zu Frauen 2:1. Die Frauen teilen sich in zwei Lager auf: Die verlassenen Ehefrauen und die fiesen Geliebten. Um die "wertvollen" Männer an sich zu binden bzw. zurückzuerobern, ist ihnen jedes Mittel recht und so tobt alsbald ein blutiger Krieg unter den Frauengangs in den Straßen Bangkoks“ (Mr. Banker Films).

Natürlich ergibt die Geschichte bei dem Verhältnis von Männern zu Frauen, das auf dem DVD-Cover angegeben ist keinen Sinn, aber der kleine Zahlendreher lässt sich im Gegensatz zum Film verschmerzen. Bei der Inszenierung der, nennen wir es wohlwollend mal Handlung, wurde der Versuch unternommen, eine ganz besonders stilisierte Art der Action zu zelebrieren. Die Frauen führen ihre Schießereien mit einer Tanzchoreographie durch. Pirouetten um die eigene Achse gehören ebenfalls dazu wie drollige Schritte zur Seite, um einer Kugel auszuweichen. Wo jedoch bei Tanzveranstaltungen – beispielsweise deutschen Meisterschaften – dynamischer Sport geboten wird, der eine mitreißende Wirkung entfaltet, da bleiben die Frauen in „Waffenschwestern“ bei staksigen Bewegungen stecken. Deswegen sind die Schießereien hölzerne, langweilige Angelegenheiten, denen sowohl Dynamik als auch Spannung abgeht. Denn die Dramatik zerdehnter Zeit im Angesicht des Todes regiert hier auch nicht. Dafür fehlt es wiederum an Pausen mit völliger Ruhe, in denen unklar ist, aus welcher Richtung die Bedrohung kommt. Der satirische Unterhaltungswert der Szenen hält sich auch in argen Grenzen, da ihr Variantenreichtum gegen Null tendiert, so dass der Überraschungseffekt bestenfalls beim der ersten Schießerei ein Schmunzeln heraufbeschwören kann. Die Action wäre angesichts der absurden, extrem simplen „Handlung“ jedoch das einzige theoretische Potential, das der Film haben könnte, da er nicht als überbordende Komödie angelegt ist. Sein Scheitern auf dieser Ebene bedeutet für das fertige Produkt den Totalschaden.

Bildqualität

Das Bild der DVD ist maximal mittelprächtig, oft aber auch schwach, da die Konturen immer etwas weich wirken und der Detailreichtum nie brauchbare Werte erreicht. Die kräftigen Farben entsprechen dem grundsätzlichen Popstil der „Handlung“ und können überzeugen. Der Kontrast ist teilweise ausgewogen und teilweise zu intensiv, so dass es zu leichten Überstrahlungen kommt. Das Bildrauschen schwankt zwischen durchschnittlicher und deutlicher Intensität. Insgesamt eine weniger gutes Bild.

Tonqualität

Die 5.1-Tonspuren besitzen eine merkwürdige Abmischung, bei der es immer wieder vorkommt, dass sich die gesamte Tonkulisse inklusive aller Dialoge und atmosphärischer Geräusche wie Straßenlärm im Center zusammen drängt. Alle anderen Lautsprecher bleiben stumm. Dadurch entsteht eine räumlich enger Klangraum, der hauptsächlich durch die Musik aufgebrochen wird. Hier wünscht man sich zumindest einen deutlich effektiveren Einsatz aller vorderen Lautsprecher. Die Dialoge sind klar und verständlich, die deutsche Synchronisation aber auf einem schwachen Niveau, wenn es um die schauspielerische Ausdrucksfähigkeit geht.

Extras

Das vierminütige Making Of besteht nur aus unkommentiertem B-Roll-Material.

Stefan Dabrock

25.07.2010

   
Originaltitel The Mia (Thailand 2005)
Länge 78 Minuten (Pal)
Studio Mr. Banker Films
Regie Kittikorn Liasirikun
Darsteller Matinee Kingpoyom, Manassavee, Krittanukoon, Apasiri Nitibhon, Piyada Penjinda, Pimsiree Pimsee, Pornwadee Pongsatit, Nussaba Punnakan, u.a.
Format 1:1,78 (16:9)
Ton DD 5.1 Deutsch, Thailändisch
Untertitel Englisch
Extras Making Of, Trailer
Preis ca. 10 EUR
Bewertung schwach, technisch mäßig