Grillen-Sumo

The strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine

Yuji Tajiri ist ein Regisseur, der im Pink-Eiga-Genre, dabei handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um japanische Softsexfilme, zu Hause ist. „The strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine“ ist laut eigener Aussage Yuji Tajiris erste Komödie innerhalb seiner Pink Eigas. Die Titelfigur Hiroshi, ein harmloser Rumtreiber, trifft auf einer Busfahrt die junge Frau Haruka. Nach kleinen Orientierungsschwierigkeiten geht er mit ihr nach Hause, wo die beiden auch gleich zur Sache kommen. Da ihm das Leben bei Haruka und deren kleinem Sohn gefällt, bleibt er einfach da. Schnell kommt Hiroshi mit dem Grillen-Sumo in Kontakt, das in der Gegend als Sport betrieben wird. Zwei männliche Grillen werden in einer kleinen Arena abgesetzt, die sich in einem Eimer befindet. Wie beim menschlichen Sumo auch, siegt die Grille, welche ihren Gegner aus dem Kreis befördert. Der unsympathische Grillen-Händler Anzai stört das Zusammenleben zwischen Hiroshi und Haruka, da die junge Frau noch Schulden bei ihm hat. Hiroshi solle ihn beim Grillen-Sumo besiegen, dann würde er die beiden in Ruhe lassen. Jetzt muss Hiroshi seine Qualitäten auch jenseits des Bettes beweisen.

Die Art des komödiantischen Tons wird spätestens dann deutlich, wenn sich auf dem Höhepunkt des sexuellen Lust zwischen Hiroshi und Haruka ein Erdbeben ereignet und beide ungerührt weiter machen. Hat Hiroshi das Erdbeben ausgelöst? Absurde Einfälle gehören zum Handwerkszeug Yuji Tajiris, der in den 65 Minuten Laufzeit, die ein Pink Eiga besitzt, über den Kampf der Männchen um ein Weibchen reflektiert. Beim Grillen-Sumo kommen allein männliche Exemplare zum Einsatz, weil nur sie kämpfen, und zwar um ein imaginäres Weibchen. Bei den Menschen herrscht innerhalb der Filmerzählung kaum ein anderes Verhalten, wenn ihr animalischer Kern zum Vorschein kommt. Haruka strahlt einen sexuellen Reiz aus, der die Männer anzieht und sie miteinander balgen lässt. Das Miteinander einer gesellschaftlich geordneter Lebensweise und Resten animalischer Triebsteuerung ist das Thema innerhalb des kleinen Films, nicht mehr und nicht weniger. Dabei sorgt die seltsame Inszenierung für ein unterhaltsames Tempo.

Bildqualität

Der Film liegt nicht wie angekündigt in anamorpher Qualität, sondern nur im 4:3-Letterboxed-Format vor. Die Bildqualität wird hauptsächlich durch die einfachen Produktionsbedingungen mit DV-Material beeinflusst. Die Schärfe ist lediglich angenehm und kann bei Bewegungen ihr Niveau nicht ganz halten. Die Farbwiedergabe ist völlig in Ordnung, auch der Kontrast leistet sich keine nennenswerten Schwächen. Aufgrund des verwendeten Aufnahmemediums treten auch Rauschmuster in Erscheinung, spielen sich aber nicht in den Vordergrund.

Tonqualität

Die beiden 2.0-Spuren liefern eine ordentliche Leistung ohne nennenswertes Rauschen ab, so dass die Dialoge klar und verständlich sind. Besondere Highlights gibt es beim Ton genrebedingt ohnehin nicht. Die Untertitel können für 16:9- oder 4:3-Fernseher angewählt werden.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus einem etwa 30minütigen Interview mit Regisseur Yuji Tajiri, der die Unterschiede zwischen Pink Eiga und anderen japanischen Sexfilmgenres erläutert. Darüber hinaus berichtet er ausführlich über seine bisherige Karriere und ordnet “The strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine” in sein bisheriges Schaffen ein. Der Trailer rundet das Bonusmaterial ab.

Fazit

“The strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine” reflektiert über die animalischen Triebe des Menschen bei der Partnerfindung. Absurder Humor trifft auf liebenswerte Menschlichkeit und Abgründiges. Technisch ist die DVD in Ordnung, die Schwächen resultieren aus den Produktionsbedingungen.

Stefan Dabrock

   
Originaltitel Himo no Hiroshi (Japan 2005)
Länge 65 Minuten (Pal)
Studio Rapid Eye
Regie Yuji Tajiri
Darsteller Rinako Hirasawa, Mutsuo Yoshioka, Takeshi Ito, u.a.
Format 1:1,85 (4:3)
Ton DD 2.0 Deutsch, Japanisch
Untertitel Deutsch
Extras Interview mit Yuji Tajiri (Regie), Trailer
Preis ca. 22 EUR
Bewertung absurd, technisch ordentlich