Godzilla zwischen Gut und Böse

Godzilla vs. Mechagodzilla II

Im 1993 gedrehten „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ entdecken japanische Forscher auf einer Insel ein merkwürdig großes Ei. Sogleich taucht der Flugsaurier Rodan auf, um die Menschen daran zu hindern, das wertvolle Stück für Untersuchungen abzutransportieren. Doch bevor es richtig gefährlich wird, entsteigt Godzilla dem Meer und attackiert Rodan. Während sich die beiden Giganten einen ordentlichen Kampf liefern, bringen die Menschen das Ei unbemerkt auf ihr Schiff. Auf dem Festland schlüpft zur Überraschung aller ein kleiner Godzilla aus dem Ei. Sein Vater befindet sich ebenfalls bereits auf dem Weg, um den Kleinen aus der Hand der Menschen zu befreien. Gleichzeitig versucht die G-Force, eine Einheit, die sich um die Bedrohung der Menschheit durch Godzilla kümmern soll, mit Hilfe der neuen Superwaffe Mechagodzilla II gegen das Monster vorzugehen. Dabei handelt es sich um eine lebensgroße Nachbildung Godzillas, deren hitzebeständiges Schild gefährlichen Strahlen abwehren kann. Ein Diamant ist in der Lage, die auftreffende Strahlen zu bündeln und mit doppelter Energie zurückzuwerfen.

Für Puristen wird es sicher ein Frevel sein, dass Godzilla nicht, wie all die Jahre zuvor, radioaktive, grüne Strahlen ausstößt, sondern rote. Hat man sich mit solchen Kleinigkeiten abgefunden, kann man einen Film bewundern, dessen Monster erstaunlich ambivalent gezeichnet sind. Es gibt hier keine klare Grenze zwischen guten und bösen Kreaturen. Vielmehr erweist sich Godzilla, in dem die Menschheit eine Gefahr sieht, lediglich als treusorgender Papi, der seinem Nachwuchs zu Hilfe kommt. Damit ist er weder eine echte Bedrohung noch eindeutig gut, sondern ein Wesen mit nachvollziehbaren Instinkten. Dieser ernste Ton paart sich mit einer zum Teil sehr verworrenen Geschichte, in der es nicht an wunderbar gefilmten Action-Sequenzen und faszinierenden technischen Einfällen auf Seiten der Menschen mangelt. Da die Effekte ebenfalls sehr gelungen sind, erweist sich „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ als würdiger Vertreter der Monsterfilmreihe, in dem ein berührend fürsorglicher Godzilla als Hauptdarsteller mit eigener Lebenswelt in Szene gesetzt wird. Lediglich das Telpathie-Medium Miki Saegusa kann auf menschlicher Seite in punkto Sympathie mit Godzilla mithalten.

Bildqualität

Die Bildqualität der DVD bleibt im durchschnittlichen Bereich. Die Farben erstrahlen in stimmungsvollen Tönen. Die Schärfe lässt jedoch ein bisschen zu wünschen übrig, kommt aber noch in einen brauchbaren Bereich. Die Vorlage ist bis auf einige wenige Bildpunkte in Ordnung. Die Kompression bereitet hingegen Probleme. Über weite Strecken ist das Bild – vor allem in den Hintergründen - von einer ständigen Unruhe geprägt. Teilweise kommt es sogar zu deutlich sichtbaren Wacklern. Außerdem hat die DVD mit der Konturdarstellung zu kämpfen, so dass immer wieder Flimmern zu sehen ist. Während das in den Action-Sequenzen nicht auffällt, wirkt es sich auf die ruhigeren Szenen störend aus.

Tonqualität

Der englisch 2.0-Ton ist rauschfrei und gut verständlich, so dass die Dialoge ohne große Patzer und in die Musikwiedergabe solide erklingen. Sehr bedauerlich ist, dass der japanische Originalton nicht enthalten ist. Wer es unbedingt möchte, kann sich auch einen deutschen 5.1-Upmix anhören.

Extras

Bonusmaterial existiert nicht.

Fazit

„Godzilla vs. Mechagodzilla II“ überzeugt durch seine ambivalente Monsterdarstellung und guten Action-Sequenzen. Die Handlung selbst ist leicht verworren, aber das stört den Godzilla-Fan zumeist ohnehin nicht. Technisch ist die DVD mittelmäßig.

Stefan Dabrock

   
Originaltitel Gojira Tai Mekagojira (J 1993)
Länge 108 Minuten (Pal)
Studio Splendid
Regie Takao Okawara
Darsteller Masahiro Takashima, Ryoko Sano, Megumi Odaka, u.a.
Format 1:1,85 Widescreen (16:9)
Ton DD 5.1 Deutsch, DD 2.0 Englisch (mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln)
Untertitel deutsch
Extras -
Preis ca. 15 EUR
Bewertung gut, technisch mittelmäßig